Geben wir's zu: Wir glauben immer noch an Steinzeittheorien. Zum Beispiel: Das Männchen sucht eine gesunde Frau als Mutter fürs Kind, also achtet es auf runde Formen. Das Weibchen will Sicherheit, also sinkt es dem reichen Herrn in die Arme.
Dass solche Theorien irgendwie shaky ist, ahnt man ja schon aus dem eigenen Alltag. Und manchmal tauchen sogar Daten auf, die das eine oder andere Klischee gehörig ins Wanken bringen (siehe aktuell: «Frauen suchen das Abenteuer»).
Eine Psychologieprofessorin der University of Michigan hat nun eine Meta-Untersuchung veröffentlicht, welche die bekanntesten Gender-Stereotypen unseres Sexlebens überprüfte – und sie nun gleich in Serie zertrümmert. Terri Conley, so der Name der Dozentin, suchte mit mit vier Kolleginnen und Kollegen Datenmaterial zur Frage: Was stimmt denn an den Mann- und Frau-Thesen, die wir beim Smalltalk so gern nachplappern? Zum Beispiel:
Antwort: Na ja… Es gibt tatsächlich Studien, die das nahelegen – so eine Untersuchung, bei welcher Probanden von einem attraktiven Gegenüber offen zum Sex aufgefordert wurden. In der Tat lehnten die Frauen da konsequent ab, während die Männer zu 70 Prozent dabei waren.
Terri Conley fand nun aber einen anderen, ähnlich gelagerten Test, in dem den Personen suggeriert wurde, dass der vermeintliche Partner auch wirklich gut im Bett sei. Wollen Sie raten, wie das Ergebnis war? Die Quoten der Geschlechter glichen sich an.
Wir lernen: Frauen setzen nicht allzu viel Hoffnung in gewisse Talente der Männer. Wenn sie aber diese Hoffnung haben, dann scheren sie sich auch nicht mehr gross um die wahre Liebe.
Das Ergebnis dürfte sich mit dem folgenden Punkt ergänzen.
Stimmt teilweise. Bei den ersten Kontakten kommen Frauen tatsächlich viel seltener. Auch in einer eher lockeren Affäre hat die Frau nur gut halb so oft einen Orgasmus wie der Mann. Aber in längerfristigen Beziehungen gleicht sich das weitgehend an.
Es könnte diese Erfahrung sein, welche wiederum die Frauen zu einer gewissen Zurückhaltung in Sachen One-Night-Stand verleitet.
Terri Conley folgert zudem daraus, dass über den Orgasmus offenbar etwas anderes stärker entscheidet als Biologie – nämlich wie sehr der Partner um die Lust der Frau besorgt ist.
Wirklich? Die Forscher aus Michigan fanden dazu eine Studie, die ein interessantes Muster bewies: Wer ist aktiv, wer ist passiv? – offenbar liegt es an solchen Rollen, wie wählerisch jemand ist.
An Speed-Dating-Anlässen wurden die Frauen aufgefordert, auf die Männer zuzugehen – worauf sich mit der Rolle plötzlich auch die Verhältnisse umdrehten. Nun waren die Frauen nicht mehr sehr wählerisch, und umgekehrt gaben sich die Männer plötzlich anspruchsvoller.
Kurz: Wer den anderen ansprechen muss, beurteilt das Gegenüber eher positiv als jemand, der angesprochen wird.
Stimmt nicht ganz. Zwar geben die Menschen, wenn sie direkt befragt werden, tatsächlich solche Tendenzen an: Wer den idealen Partner ausmalen soll, beschreibt als Mann eher Megan Fox und als Frau eher Prinz William.
Aber wenn es darum geht, ein konkretes Gegenüber zu beurteilen, achten Männer und Frauen auf Aspekte wie Status oder sexuelle Attraktivität etwa gleich stark. Dies wurde unter anderem bei der Befragungen von Speed-Dating-Teilnehmern herausgefunden.
Stimmt. Aber nur relativ. In einer Untersuchung wurden die Testpersonen darum gebeten, sich jeweils zu notieren, wenn sie an einem Tag an Sex denken. Bei Männern war das am Ende durchschnittlich 18 mal der Fall, bei Frauen nur zehnmal.
Allerdings: Männer dachten auch öfter an andere körperliche Bedürfnisse – beispielsweise an den Schlaf oder ans Essen. Und zwar war die Quote hier im gleichen Verhältnis höher wie beim Sex.
Alles in allem finden wir also bestätigt, dass es die Sache zwischen den Geschlechtern sogar noch komplizierter ist als wir eh schon dachten. Oder wie die Autoren aus Michigan befinden: «Die Botschaft zum Mitnehmen aus unserem Übersichtsartikel wäre, dass man Geschlechtsunterschiede in der Sexualität nicht für bare Münze nehmen sollte».
es gibt auch prüde reiterinnen!
... die reiterinnen wissen das schon lange…
Wer wirklich etwas über den menschliche Sexualität lernen will, dem empfehle ich das Buch “Sex at Dawn” zu lesen (leider noch ohne Deutsche Übersetzung) …
Die körperliche Liebe ist die einzige Tätigkeit, die “Fleischeslust” mit gutem Gewissen zulässt. Wenn das Ganze dann noch Vegie-powered zugeht, ist die Ökobilanz und der Lustgewinn maximiert. Eine klassische win-win Situation nur auf Kosten der Beteiligten! go for it! !

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