Eigentlich wäre es logisch: Harzt es im Bett, macht auch die Ehe wenig Freude. Aber stimmt das auch?
Eine Studie der Southern Illinois University untersuchte bei 1000 frisch verheirateten Paaren drei Faktoren: die Häufigkeit von Intimitäten, sexuelle Befriedigung und Übereinstimmung der Ehepartner über ihr Sexleben. Aus den Antworten sollte die Scheidungstendenz abgeleitet werden.
Offensichtlich keine Rolle spielte es, ob die Paare keinmal oder zehnmal pro Woche miteinander in die Kiste hüpften. Nicht einmal Übereinstimmung brauchte es, stellte die Untersuchung fest – jedenfalls hatte der Gleichklang der Begierde keinen Einfluss aufs Trennungsverhalten. Interessant ist die Studie vor allem in einem Punkt: dem Grad der Befriedigung.
Sexuelle Befriedigung scheint zwar aus Frauensicht die Chance aufs Zusammenleben zu erhöhen, aber Frauen trennen kaum zwischen Erfüllung im Bett und in der Ehe. Soll wohl heissen: Wer mit dem Partner ausserhalb der Kissen glücklich ist, braucht nicht auch noch im Schlafzimmer das volle Verwöhnprogramm, um nicht davonzulaufen. (Was allerdings nichts darüber aussagt, wie viele dieser Frauen, die nicht das ganz grosse Liebhaberlos gezogen haben, sich anderswo austoben.)
Männer scheinen gemäss der Studie übrigens viel klarer in ihren Bedürfnissen: Sex gut, Ehe gut. Wo Männer von ihren Partnerinnen im Schlafzimmer das bekommen, was sie brauchen, sinkt das Scheidungsrisiko um über 80 Prozent. Wenn nicht, könnte das zu unangenehmen Szenen führen. Denn schlechter Sex bleibt leider auch dann schlecht, wenn nur einer ihn hat.
Aber kann Sex überhaupt schlecht sein, wenn man welchen hat?
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