Das Liebesleben von Alpha-Frauen ist ein Dauerbrenner in Partnerschaftsbörsen und Medien, denn es gehorcht einer eigentümlichen Regel: Je erfolgreicher die Frau, desto schwieriger gestaltet sich die Partnersuche. Längst lässt sich statistisch belegen, dass Kaderfrauen überdurchschnittlich häufig unverheiratet, ungebunden sind und kinderlos bleiben. Und mittlerweilen untersuchen auch Soziologen den Fakt, dass Frauen ihren Erfolg im Beruf und an den Unis offenbar mit dem Misserfolg in der Liebe bezahlen.
Kein Wunder ist das neue Buch von Lori Gottlieb mit dem Titel «Marry Him. The Case for Settling for Mr. Good Enough» seit Monaten Gesprächsthema Nummer eins: An Weiberabenden, in Blogs und auch auf Partnerschaftsforen. Denn die amerikanische Autorin stimmt nicht in das altbekannte feministische Klagelied ein, dass die Welt einfach ungerecht sei und den Männer der weibliche Hintern wichtiger als das Hirn. Sie sagt schlicht «selber schuld!» und behauptet, Frauen müssten sich vom Traumprinzen verabschieden und nach dem Herrn Gutgenug Ausschau halten.
Nein, liebe Single-Frauen, Lori Gottlieb verrät damit die Emanzipation nicht. Das wird zwar von vielen Kritikerinnen behauptet. Aber Gottlieb schreibt nirgends, dass Frauen heiraten und Kinder kriegen müssen, um glücklich zu werden. Sie stellt bloss fest, dass a) Frauen, die sich Kinder wünschen, stärker unter Zeitdruck stehen als Männer. Dass b) sie deshalb unter Handlungsdruck stehen, weil Männer auch mit der nächsten Generation von gebärwilligen Frauen noch eine Familie gründen können und c) die Traumprinz-Sucherinnen meist auch nur eine Frau Gutgenug seien. Das zu lesen mag weh tun, aber es ist wahr.
Und weil auch in meinem Freundeskreis einigen Töchtern der Emanzipation die biologische Uhr so laut in den Ohren tickt, als litten sie an einem Tinitus, habe ich mir das Buch angeschafft und möchte hier die 5 Dating-Fehler, die Lori Gottlieb bei Frauen in den Dreissigern diagnostiziert, zur Diskussion stellen:
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