Wahlen USA Barack Obama Homosexualität

Mehr Schein als heilig?

Von Nathalie Sassine-Hauptmann am 15. Mai 2012 in Artikel

Das Magazin «Newsweek» zelebriert Barack Obamas Befürwortung der Homo-Ehe auf seinem aktuellen Cover mit dem Titel «The first Gay President». Möglich, dass sich da einige Leute zu früh freuen.

Das Cover des aktuellen «Newsweek».

Das Cover des aktuellen «Newsweek».

Vorschläge der Photoshop-Künstler auf «The New Republic»...

Vorschläge der Photoshop-Künstler auf «The New Republic»...

Das Paar Obama-Biden...

Das Paar Obama-Biden...

Der Präsident mit dem Schwulen-Paar aus «Modern Family»...

Der Präsident mit dem Schwulen-Paar aus «Modern Family»...

... oder als Mitglied der «Village People».

... oder als Mitglied der «Village People».

Auch der «New Yorker» nahm Obamas Aussage zum Anlass für ein Regenbogen-Cover.

Auch der «New Yorker» nahm Obamas Aussage zum Anlass für ein Regenbogen-Cover.

«Newsweek» zeigt Präsident Barack Obama mit Heiligenblick und -schein. Für die Schwulen und Lesben der Vereinigten Staaten hat er wahrscheinlich tatsächlich etwas von einem Heiligen. Als Barack Obama letzte Woche ankündigte, die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren zu unterstützen, atmeten viele auf. Endlich soll es eine Gegenbewegung gegen all die wieder entfachte Diskriminierung geben. Denn im Wahljahr 2012 ist das Thema Homosexualität dank religiöser und konservativer Republikaner aktueller denn je. Neue Gesetze wollen zum Beispiel die Thematisierung gleichgeschlechtlicher Liebe im Unterricht verbieten und Elternvereinigungen verlangen, die Schulen sollen eine «Ex-Gay-Therapie» einführen. Mitt Romney macht seit Wochen Schlagzeilen mit seinen Hänseleien in der Schule. Wen er hänselte? Schwule Mitschüler, von denen er behauptete, die gehörten nicht in eine Schule wie die seine.

Andrew Sullivan nimmt im «Newsweek» Obamas Ankündigung also zum Anlass, um über die Bedeutung einer Minderheit zu sprechen. Denn der Präsident könne sich gut mit der Gay-Community identifizieren. Als junger Mensch hätte er sich mit seiner schwarzen Identität innerhalb einer weissen Familie auseinandersetzen und Vorurteile bekämpfen müssen. Ähnlich, wie es junge Homosexuelle in ihrer meist heterosexuellen Umgebung täten. Deshalb sei seine offizielle Unterstützung auch derart bedeutungsvoll, so Sullivan. Für junge Homosexuelle sei es einfach nur beruhigend zu wissen, dass sie ihren Präsidenten auf ihrer Seite haben. Und den Zweiflern sage er auf diesem Weg, sie könnten ihre Angst vor Unbekanntem endlich loslassen.

Auch um einen politischen Schachzug gehe es ihm nicht, meint Sullivan, sonst hätte er wohl kaum eine solche Aussage gewagt, an der er sich für viele Wähle die Finger verbrennen könne. «Er ist dazu entschlossen, die politischen Würfel so fallen zu lassen, wie sie eben fallen werden. Das ist der „Change“, in den wir geglaubt haben», schreibt der Journalist in seinem Leitartikel enthusiastisch.

Fast mehr als dessen Aussage gibt jedoch das Magazin-Cover zu sprechen. Tina Brown, Chefredakteurin des Magazins ist nämlich für ihre kontroversen Titelblätter bekannt, was im Vorfeld ein paar Photoshop-Künstler dazu bewegt hatte, ihr Bild-Vorschläge zu unterbreiten. (Siehe unsere Bildstrecke oben.)

Wichtiger als die visuelle Umsetzung ist jedoch der Inhalt des Heftes. Und Sullivans schönes – wenn auch vielleicht naives - Fazit im Hinblick auf die sonst betriebene Politik der Machthungrigen dieser Welt: «Meine politische Sicht ist, dass dies Obama helfen wird. Er schaut in die Zukunft der jungen Generation, während seine Gegner an die Vergangeheit appellieren. Je klarer die Aussagen, desto wahrscheinlicher sein Sieg.» Im November wird sich zeigen, was Obamas gewagte Unterstützung der Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen gebracht hat. Oder ob sie ihm geschadet hat.

Tracker Pixel for Entry

Reden Sie mit
Veröffentlichen Sie Ihre Meinung

Disclaimer

Empfehlen Sie uns

Schön, dass Sie bei uns hereinschauen. Wenn Ihnen unsere Artikel gefallen, dann empfehlen Sie doch Clack, das neue Schweizer Online-Magazin für Frauen, weiter. Auch Männern.
Das Clack-Team freut sich auf Ihren nächsten Besuch!

Empfehlen Sie diesen Artikel

Ihre Tools

Aufgabenhilfe

Hausaufgaben können mühsam sein, müssen aber nicht. «Lernen mit Spass» motiviert Kinder und entlastet Eltern.

Umfrage

Diese Typen rocken

Die Clack-Redaktion stellt ihre Lieblingsmänner vor – und will Ihre Lieblingstypen kennen lernen. Machen Sie mit!

Dossier

Männer, Männer, Männer!

Clack, das Schweizer Online-Magazin für Frauen, widmet sich mit Schwerpunktartikeln dem anderen Geschlecht.

Kolumne

Die Teilzeitprinzessin

Meret Steiger ist unsere Teilzeitprinzessin, die Sie jede Woche mit einer Kolumne inspiriert.

Kolumne

Der Quotenmann

Réda Philippe El Arbi beleuchtet für «Clack» den kleinen Unterschied in den grossen Geschlechterfragen.

Ihr Job

Jahresbudget verhandeln

Job-Coach Christina Kuenzle nennt sieben Schritte zum erfolgreichen Budgetgespräch.

Dossier

Wie fit sind Sie?

Storys, Studien, Tipps: Das Clack-Dossier zu den Themen Gesundheit und Fitness.

Das Ding

Oldschool für die Ohren

Das Phonofone ist schön und schlau. Es kommt daher im Look eines Grammophons – und leistet sich einen dementsprechenden Energieverbrauch.

Online-Liebe

... und dann hats klick gemacht!

Trends, News, Tipps und Tricks: Das grosse Clack-Dossier zum Thema Dating im Internet.

Sex

Wie viele Männer hatten Sie?

Die Sex-Score-Frage: Wie viele Bettpartner muss eine Frau gehabt haben? Diskutieren sie mit!

Clack-Newsletter