Bilder von ultradünnen Frauen kursieren seit langem auf dem Internet. Die sogenannte «Pro-Ana» Bewegung (Kurzform und verniedlichend für Pro Aneroxia), die das extreme Dünnsein als Lifestyle propagiert, ist stark und verstörend.
Immer wieder haben Fachleute vor der fatalen Wirkung solcher Bilder gerade auf junge Frauen gewarnt, eindämmen konnten sie die sogenannten «Thinspirations» bisher nicht. So hat sich die Bewegung jeweils schnell auf neuen Plattformen ausgebreitet. So auch auf Pinterest, die aufgrund der Nutzergruppe und der Lifestyle-Orientierung prädestiniert ist, um den selbstzerstörerischen Lifestyle zu zelebrieren.
Den Plattform Betreibern selber ist es nicht ganz wohl, dem krankhaften Schlankheitskult eine Plattform zu bieten und sie sind daran ihre Richtlinien zu überarbeiten. Letzten Monat hat Tumblr angekündigt, künftig Posts, die Selbstzerstörung oder Anorexie propagieren, von der Plattform zu löschen. Sie also gleich zu behandeln wie gewaltverherrlichende oder pornographische Bilder.
Pinterest zog nach und hat zumindest die Kategorisierung «Thinspiration» gelöscht. Die Bemühungen dürftem aber von mässigem Erfolg sein, wie die Autorinnen von «The Daily Beast» oder auch «Jezebel» feststellen. Die Bewegung ist nämlich durchaus netzgewandt und weicht schnell auf andere Kanäle und Stichworte aus. In den USA arbeiten mittlerweile die Plattformbetreiber direkt mit «National Eating Disorder Association» zusammen, die sie bei der Erkennung der heiklen Inhalte unterstützt.
Gegen solche Engriffe wehren sich einige Bloggerinnen, die generell die Regulierung ablehnen und auch festhalten, dass der Unterschied zwischen krankhaft dünnen und dünnen Mädchen kaum möglich sei.
Das ist tatsächlich eine grosse Schwierigkeit. Zahlreiche Stars oder auch Models sind Kultfiguren der Bewegung und die Grenzen zwischen selbstzerstörerisch und gesellschaftlich akzeptierter Schlankheit, die sind sehr unscharf.
Weiterführende Artikel finden sich in der Daily News auf Jezebel oder auch der jetzt.de der Süddeutschen Zeitung .

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