Immer mehr Frauen verdienen mehr als Männer – die Schlagzeile setzt sich durch bis auf massgebliche Titelseiten. Dem amerikanischen Magazin «Time» etwa ist sie die neueste Cover Story (lesen Sie hier, in «Mr. Mom im echten Leben», mehr dazu). Die Details dazu bleiben interessant , zum Beispiel in welchen Branchen das so ist, auf welcher Stufe, in welchen Ländern, denn bekanntlich ist Lohngleichheit ja immer noch ein Thema.
Einen anderen Blick auf die Nachricht wirft in «Forbes Woman», verspricht Hintergründe zur Schlagzeile und fragt, wie denn «das reichere Geschlecht», oder «The Richer Sex», wie das neue, viel beachtete Buch von Liza Mundy hiesst, denn zu diesem finanziellen Erfolg kommt.
Die These hier: Respekt vor sich selbst ist der Weg zum Ziel. Gemeint ist: Wer sich bei der Arbeit zuviel aufhalst und vergisst, dem eigenen Wohlergehen Rechnung zu tragen, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch der Karriere.
Die Autorin, «Wealth Coach» Barbara Stanny (die auch gleich ein Seminar anbietet), kommt zu diesem Schluss, nachdem sie gut verdienende Frauen zu ihrem Arbeitsstil befragt hat. Für sich selbst zu sorgen ist kein Luxus, sondern ein Akt des Überlebens, heisst es einmal. Wer sich selber nicht gut schaut, kann auch zu seinen Angestellten nicht wirklich gut ein, ein andermal. Die Regeln missachten, was «man» alles zu tun hat, die eigenen Werte leben, strikte Grenzen setzen, das alles wird empfohlen und klingt bestens. Auch das gute Management der eigenen Finanzen gehört dazu.
Also nichts wie los in die Yoga-Stunde statt Überstunden im Büro? Gerne. Ein bisschen klingt es aber schon, wie wenn man die Herzogin von Cambridge dafür cool findet, dass sie erschwingliche Mode trägt. Vor allem wenn die schöne Geschichte der glücklichen Frau, die es sich finanziell leisten kann, sich als Mutter für das Daheimsein entscheidet, die Lebensqualität hoch hält und schliesslich meint: «Ich weiss, dass ich später mehr Geld verdienen kann.»
Es ist doch immer noch in den Köpfen der Menschen: Wenn der Mann mehr verdient und darum in einer Beziehung auch finanziell mehr beisteuert, dann ist das normal und akzeptiert. Wenn die Frau mehr verdient und ihr finanzielles Engagement das grössere ist, dann lässt sich der Mann von der Frau aushalten…
“bekanntlich ist Lohngleichheit ja immer noch ein Thema.” und dann wieder “das reichere Geschlecht”: “Immer mehr Frauen verdienen mehr als Männer”: Ja was denn nun: Ist das die Quadratur des Kreises?
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