Vereinbarkeit Familie

Wie Eltern das Arbeitsleben vermiest wird

Von Seraina Mohr am 19. Oktober 2010 in Artikel - 1 Kommentar

Viel ist von Vereinbarkeit die Rede, von Krippenplätzen und Teilzeitarbeit. Die Tücken lauern im Berufsalltag. Eine Anleitung für Vorgesetzte was Eltern mürbe macht.

Honorieren Sie Präsenzstunden
Die Stunden abends zwischen 18 und 20 Uhr sind oft entscheidend für die Wahrnehmung der Produktivität. Also genau dann, wenn berufstätige Eltern die grösste Belastung haben. Kinder abholen, Tages-Themen anhören, Aufgaben machen, Abendessen kochen und die vielgelobte Quality Time nutzen. Sie dürfen es glauben, mancher Elternteil würde von 18 - 20 Uhr lieber Mails beantworten, spiegel.de lesen oder Solitaire spielen und dafür zu den Fleissigen zählen.

Vorbilder und ihre Tücken
Die Superfrauen, die Karriere, Kinder und Partnerschaft locker auf die Reihe kriegen und dabei noch gut aussehen und medial präsent sind, die beeindrucken uns alle. Genau wie Superman-Comics und Heldengeschichten sind sie wichtig. Fatal wird es allerdings, wenn die zum Massstab werden. Das führt zu massiver Überforderung oder Totalkapitulation.

Informieren Sie vor allem persönlich und informell
Das gibt ein gutes Gruppengefühl - für alle die dazu gehören. Für alle anderen - und das sind häufig die Teilzeitangestellten - wird die Informationsbeschaffung zum Spiessrutenlauf. Informationen sind Macht, auch im Zeitalter von Mails.

Laden Sie spontan zu Apéros
An und für sich keine schlechte Idee, Apéros sind immer nett. Nur spontan ist leider im durchorganisierten Familienalltag häufig reines Wunschdenken. Die Terminkoordination ist eine Herausforderung. Der Spielraum beschränkt.

Weisen Sie auf Grenzen hin
Schon Hans im Schneckenloch konnte nicht alles haben, was er wollte. Weisen Sie Teilzeitangestellte immer wieder mal darauf hin, dass es Grenzen gibt bei der beruflichen Karriere. Wer sich für Elternschaft und eine mehr oder weniger partnerschaftliche Aufteilung entschieden hat, hat viel erreicht. Berufliche Grenzen sind zu akzeptieren.

Von sich auf andere schliessen
Die eigene Biographie spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Vereinbarkeit. Besonders akute Verhinderer sind berufstätige Familienväter mit Alleinernährerfunktion und kinderlose Frauen zwischen 40 und 50, die sich für eine Karriere und gegen Kinder entschieden haben.

Karrieremuster übertragen
Nirgends sind die Altersguillotinen so starr wie bei einer beruflichen Karriere. Mit 25 Jahren Einstieg nach dem Studium, dann einige Jahre herauf dienen plus ein längerer Auslandaufenthalt zwecks Erweiterung des Horizontes. Anschliessend die Übernahme von Führungsfunktionen und stetiger Aufstieg bis knapp nach 40. Das passt alles und wirkt äusserst dynamisch - nur Kinder sind da unerwünscht. Die Politik kennt andere Regeln und erlaubt deshalb Frauen einen Ein- und Aufstieg nach der Kinderphase.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist eine subjektive Zusammenstellung, Ihre Erfahrungen interessieren uns, ob als Vorgesetzte oder als Betroffene.

 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare

Lou am 01. Dezember 2011 um 11:45 Uhr:

Hier noch mein Favorit aus dem Personalentwicklungsgespräch:
“Es wäre an der Zeit, dass Du lernst, Prioritäten zu setzen. Wir haben hier den Eindruck, Du würdest immer nach 17.30 aus dem Büro flüchten, dabei gäbe es noch wichtige Dinge zu erledigen!”

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Kommentare

Hier noch mein Favorit aus dem Personalentwicklungsgespräch:
“Es wäre an der Zeit, dass Du lernst, Prioritäten zu setzen. Wir haben hier den Eindruck, Du würdest immer nach 17.30 aus dem Büro flüchten, dabei gäbe es noch wichtige Dinge zu erledigen!”

Lou vor 6 Monaten

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