Es war vor genau 25 Jahren, als berufstätige Mütter in Amerika sich erstmals als Gruppe formierten und auch als Gruppe angesprochen wurden: Das Magazin «Working Mother» lancierte 1986 den Benchmark für familienfreundliche Arbeitgeber und listete die 100 Firmen im Land auf, welche explizit Mütter förderten. Das Label wurde zwar nicht ignoriert, aber wirklich ernst nahmen die Unternehmen die Liste erst, als Studien zeigten, dass Frauen in Leitungspositionen nicht nur image- sondern auch bilanzfördernd sind. Das realisierten die Amerikaner früher als die Europäer - zumindest als die Europäer auf dem Festland. Die Rezession der letzten Jahre beschleunigte den Prozess zusätzlich: Mehr Männer als Frauen verloren ihre Jobs. Mehr Frauen als Männer haben in den USA mittlerweile eine höhere Ausbildung.
In diesem Umfeld ist Frauenförderung längst nicht mehr eine Frage des Engagements, sondern eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Und heute, da man auch in den Teppichetagen Deutschlands, Spaniens und gar in der Schweiz laut über Frauenquoten nachdenkt, sind die Amerikaner bereits einen Schritt weiter: Sie haben nämlich gemerkt, dass den weiblichen Arbeitnehmern nicht so sehr das Geschlecht im Weg steht, als vielmehr ihre Erziehungsfunktion. Mit anderen Worten: Frauen klettern recht gut nach oben - solange sie nicht schwanger werden. Und neuerdings stolpern die neuen Väter über ganz ähnliche Steine wie moderne Mütter.
Also sponsorten drei grosse Player im Markt (IBM, Procter & Gabmble, Ernst & Young) eine nationale Studie, um herauszufinden, wo Mütter die grössten Hürden lokalisieren, ob sie anders denken als kinderlose Frauen und Männer und was sie mit den Vätern gemein haben. Die Ergebnisse sind ernüchternd und erhellend zugleich:
Es bleibt also noch einiges zu tun für die Generation Spagat. Nicht nur im Büro - vor allem im Kopf.
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